Auf dem St.Olavsleden und in der Rondane

im Sommer 2010






In drei Jahren in Folge hatten wir Streckenwanderungen in Schweden unternommen. Ich weiß nicht, wie viele hunderte Kilometer Wanderwege es in Schweden gibt; wahrscheinlich könnte ich bis zum Ende meines Lebens dort meine Urlaube zu Fuß verbringen, ohne einen Weg zweimal gegangen zu sein. Aber nun suchte ich nach Abwechslung und habe mich im Internet darüber informiert, welche Möglichkeiten z. B. Schottland, Wales, Spanien, Portugal oder eben Norwegen für eine zweibeinige Fortbewegung bieten.

Dabei bin ich auf den St.Olavsleden (Oslo-Trondheim) gestoßen. Der Weg gibt wegen seiner Nähe zur Zivilisation Gelegenheit, Land und Leute ein wenig kennen zu lernen. Die Infrastruktur ist sehr gut. Es gibt genügend Einkaufsmöglichkeiten am Weg und eine Fülle von Übernachtungsmöglichkeiten, darunter auf unserer Wegstrecke auch ungewöhnliche wie Jorundgard, Budsjord und Fokstugu. Die Anreise ist im übrigen zeitlich relativ kurz.

Auf dem St. Olavsleden selbst waren wir immer alleine unterwegs. Die E6 hat uns überhaupt nicht gestört. Der Weg ist sehr sorgfältig und aufwendig markiert und auf der Homepage

http://www.pilegrim.info

gut dokumentiert. Ansonsten gibt es nur wenige Veröffentlichungen im Internet; vielleicht kann dieser Reisebericht einen kleinen Beitrag dazu leisten, den St.Olavsleden etwas bekannter zu machen, auch wenn er sich nur auf den kleinen Teil bezieht, den wir gewandert sind.

Zuerst hatte ich die Wanderung auf dem St. Olavsleden von Vinstra bis nach Oppdal geplant. Dieser Abschnitt führt erst einige Tage durch das Gudbrandstal und dann hinauf in's Dovrefjäll. Die Landschaft verändert sich, ebenso die Charakteristik des Weges. Nachdem ich für die Tour die Karten der Norske Turistforening

Turkart 1:100.000 Dovrefjell Knutshø

Turkart 1:100.000 Rondane

gesichtet habe, erschien es mir noch abwechslungreicher, den St. Olavsleden in Hagesetter zu verlassen und den Rückweg durch das Hochgebirge Rondane zu gehen.

Aus den Vorjahren wusste ich, dass wir in 2 Wochen etwa 160 Km gemütlich ohne Stress laufen konnten. Auch von daher passte die gewählte Strecke.

Für die dritte Ferienwoche habe ich dann eine Woche Rundreise mit dem Mietwagen eingeplant.

Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Wir haben ein reiches Land mit grandioser Landschaft kennen gelernt. überall sichtbarer Wohlstand, keine öffentliche Armut. Der Umgang ist ruhig, freundlich und hilfsbereit. Übernachtungen sind preiswert, Lebensmittel und Benzin etwas teurer als in Deutschland, aber erträglich. Teuer ist das Essen im Restaurant und bekanntermaßen Alkoholika und Zigaretten. Preistipp: 1 ganzes Hähnchen an Grilltheken größerer Einkaufszentren unter 4 € - unglaublich.

Der Umrechnungskurs lag im Juli/August 2010 bei etwa 8 Kronen pro Euro.

Man spürt manchmal den Arbeitskräftemangel (Öffnungszeiten, Reinigung und Abfallbeseitigung, Kleinreparaturen u.ä.). Dienstleistung/Einkommen scheint allgemein sehr teuer/hoch zu sein - gut für die Norweger, ich gönne es Ihnen. Wir haben auch Deutsche Auswanderer kennen gelernt. Durch die Bank waren alle mit ihrer Situation sehr zufrieden; keiner will zurück.

Tourismus begegnet dem Norwegen-Urlauber an allen Ecken und Enden. Nicht aber auf dem St.Olavsleden - er verläuft abseits der ausgetretenen Wege.