Auf dem Padjelantaleden

im Sommer 2008






Im Sommer 2007 machten mein Sohn Christoph und ich eine Wanderung auf dem Högakustenleden von der Högakustenbron bei Kramfors nach Örnsköldsvik. Diese Reise hat tiefe Spuren in mir hinterlassen auf eine Art, die ich kaum beschreiben kann. Sicherlich spielen dabei die Schönheit der Landschaft und die Gemütlichkeit der Hütten z.T. mit Kaminfeuer, die Freundlichkeit und Ruhe des Menschenschlages und das Unerwartete und Neue eine Rolle. Dazu kommt aber der Wechsel zwischen Anstrengung und Ausruhen, Gerüche und ungewohnte Stille und das beschäftigt sein mit den elementaren Dingen des Lebens, nämlich Trinken, Essen und Unterkunft, was dem ganzen eine unglaubliche Intensität verleiht. So eine Wanderung ist kein Spaziergang! Selbst die langen Zugfahrten hatten für mich eher meditative Aspekte. Zeit bekommt andere Dimensionen. Entschleunigt tritt ein. Noch heute kehren Bilder von der Wanderung vor mein inneres Auge aus der Erinnerung zurück und bringen mich wieder dorthin.

Eine Pauschal- oder Autoreise konnte ich mir für den Sommer 2008 (für den Sommer 2009 im übrigen auch nicht) nicht mehr vorstellen. Schon bald begann ich im Internet nach einem Wanderweg zu recherchieren, der nicht überlaufen ist, ein gemäßigtes Höhenprofil hat und auf dem es Hütten mit Verpflegungsmöglichkeit gibt. Dabei bin ich auf den Padjelantaleden gestoßen und meine Erwartungen haben sich erfüllt. Eine Landschaft wie vor 2000 Jahren; außer den Hütten, einigen Brücken, ab und an einem Hubschrauber am Himmel und natürlich dem Weg selbst nur Natur pur. Der Sarek, ein Jugendtraum, ist nicht weit.

Wir haben Glück mit dem Wetter gehabt! Bei schlechtem Wetter hätte sich die Wanderung sicherlich anders dargestellt. Regenfeste Kleidung und ein stabiles Zelt sollte auch im Juli/August zur Ausrüstung gehören. Nachts hatten wir Temperaturen bis hinunter auf 8 Grad Celsius in Jokkmokk und am Tage bis 10 Grad Celsius auf Tuottar. Man kann die Wanderung auch als reine Hüttentour machen; dann fällt natürlich einiges an Gepäck weg. Wir haben Wanderer getroffen - typischerweise jenseits der 60 - , die dies so gemacht haben. Sehr fitte Leute, die auch die 23 Kilometer zwischen Kisurus und Låddejåkkå an einem Tag bewältigen konnten. Mit den 18 Kg auf meinem Rücken hätte ich das nicht geschafft. Überhaupt muss man mit der körperlichen Anstrengung mental umgehen können. Die meisten Zeitgenossen würden sich fragen, warum sie sich das antun sollen - zumindest in meinem Alter (52). Man muss auch mit der tatsache leben können, dass das nächste Rettungstelefon 2-3 Stunden Fußmarsch entfernt steht.

Über den Padjelanta gibt es eine Fülle von Reiseberichten im Internet. Ich hoffe, mit meiner Erzählung die eine oder andere Facette hinzufügen zu können. Fahrpläne für die Züge und Busse und Boote findet man u.a. auf den Internetseiten der "SJ", den "Länstrafiken Norrbotten" und "Svenska Turistföreningen". Eine gedruckte "Fjälltidtabell" erhielt ich im Touristbyro in Jokkmokk.Info's zu Abfahrtzeiten der Boote im Fjäll gibt es auch auf der Homepage der Fjällstation in Kvikkjokk.

Das war eine wunderbare Wanderung; ich werde sie nie vergessen. Danke an die Badjelánnda Laponia Turism ek. för. und die Svenska Turistföreningen, die die Hütten betreiben und sich um den Wanderweg kümmern. Danke an meine Frau, die uns gehen gelassen hat.